SONIC Blog

31.07.2020 11:11 Uhr

Elemente für wirksames Shopfloor Management - Ressourceneinsatz planen

Dominik Doubek


Zum Abschluss unserer Blog-Reihe zum Thema Shopfloor Management möchten wir uns mit der Königsdisziplin auseinandersetzen. Kein Vorgang im restlichen Shopfloor Management ist mit so viel Unsicherheit versehen, wie die Planung. Zum einen ist dies der Tatsache geschuldet, dass sich die Rahmenbedingungen unerwartet ändern können und somit der gut ausgearbeitete Schichtplan obsolet wird. Zum anderen kommt hinzu, dass oftmals die richtige Datengrundlage und geeignete Hilfsmittel für die Führungskraft fehlen.

Die Komplexität des Planungsprozesses zeigt ein Blick auf die Ziele:

· Bestimmung der Arbeitssystembelegung auf Basis der (schwankenden) Marktbedarfe
· Erstellung des Schichtplans für das Personal unter Berücksichtigung der Mitarbeiterqualifikationen
· Berücksichtigung der Verfügbarkeit von Betriebsmitteln und Material sowie der Qualitätsraten
· Festlegung und Glättung der Auftragsreihenfolge (Feinplanung) pro Arbeitssystem
· Umplanung bei kurzfristigen Änderungen

Ausgehend von einer groben Planung müssen diese Ziele für alle Arbeitssysteme heruntergebrochen und detailliert werden. Kernfrage ist, welcher Detaillierungsgrad in der erstellten Planung benötigt wird, um Scheingenauigkeit zu vermeiden. Dafür muss im Vorfeld definiert werden, bis zu welcher Ebene eine Planung sinnvoll und effizient ist.

Je nach Planungshorizont ergeben sich somit unterschiedliche Anforderungen an die Genauigkeit und den Umfang der Planung. Für alle in unserem Bild dargestellten Planungshorizonte müssen drei essentielle Eingangsgrößen berücksichtigt werden. Wir haben diese drei Eingangsgrößen erklärt und zusammengefasst, damit Ihnen eine optimale Planung gelingt:

  1. Kundenbedarfe für den Planungsintervall
  2. Verfügbare Kapazitäten an Mitarbeitern und Maschinen
  3. Qualifikationen der verfügbaren Mitarbeiter
Kundenbedarfe

Erster Anhaltspunkt für eine optimale Planung ist der Blick in Richtung des Kunden. Konkret geht es um Mengen und Produkt(-familien), die der Kunde im nächsten Planungszeitraum abruft. Rollierende Forecast-Aufstellungen auf Jahres- und Monatsebene sind dabei hilfreich, für die wöchentliche oder tägliche Feinplanung wird jedoch eine hohe Genauigkeit und Verlässlichkeit benötigt. Daraus leitet sich das benötigte Schichtmodell ab. Dabei ist es besonders hilfreich, wenn Daten aus der Vergangenheit in die Planung mit einfließen. Zumeist sind die Vergangenheitswerte das “Bauchgefühl” bzw. die Erfahrung des Planers. Heutzutage kann dabei jedoch eine Software unterstützen, um eine optimale Anpassung sicherzustellen. Ein weiterer Stolperstein in der Feinplanung ist die optimale Reihenfolge. Die reine Fokussierung auf den gewünschten und bestätigten Liefertermin führt in den seltensten Fällen zu einer optimalen Reihenfolge in der Produktion. Zumeist führt eine solche Reihenfolge zu erheblichem Mehraufwand durch unnötige oder aufwendige Rüstvorgänge. Der zugesicherte Liefertermin muss natürlich eingehalten werden, auf der Feinplanungsebene können aber Änderungen der Reihenfolge für einen “ruhigeren” Tagesablauf sorgen. Zu diesem Zweck ist es sinnvoll, die Produkt-Prozess-Matrizen mit entsprechenden Rüstzeiten zu erweitern und eine Rüstmatrix zu erstellen. Diese kann dann zur Optimierung der Reihenfolgeplanung herangezogen werden können. Ebenso verhält es sich mit starken Taktzeitunterschieden der Produkte.

Verfügbare Kapazitäten

Wenn die Bedarfsseite geklärt ist, müssen die verfügbaren Kapazitäten gegenübergestellt werden. Klassischerweise werden die Kapazitäten der Ressourcen (Mensch, Maschinen, Materialien) in unterschiedlichen Systemen verwaltet. Dies stellt eine enorme Herausforderung für den Planer dar. Wird die Materialverfügbarkeit zumeist bereits vom ERP-System durchgeführt, so erfolgt die Planung der anderen Ressourcen oft gegen unendliche Kapazitäten. Dabei müssen bei Maschinen geplante Wartungen oder andere Tätigkeiten genauso berücksichtigt werden, wie eine erfahrungsgemäße Ausfall- bzw. Störzeit. Zusätzlich müssen dann entsprechende Personalkapazitäten verfügbar sein. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine entscheidende Rolle. Zunächst sind die geplanten Abwesenheiten der Mitarbeiter zu berücksichtigen. Die Information dafür finden sich häufig versteckt in undurchsichtigen Systemen der Personalabteilung. Hilfsmittel für eine bessere Übersicht sind dann Kalender im A0-Format an der Wand, an denen jede Abwesenheit des einzelnen Mitarbeiters eingetragen ist. Alternativ werden über Jahre optimierte Excel-Lösungen genutzt, die durch zusätzliche Funktionen einen Mehrwert generieren. Problematisch sind bei diesen Lösungen nicht nur der Datenschutz, sondern auch die Verbindung mehrerer Bereiche des Werks. Gelingt es, die Abwesenheiten der Mitarbeiter und die Maschinenverfügbarkeiten übersichtlich an einer Stelle verfügbar zu machen, so können Sie die dem Bedarf die richtigen Produktionskapazitäten gegenüberstellen. Ein optimaler Abgleich führt zu einer optimalen Auslastung und das bedeutet für das Unternehmen eine bestmögliche Effizienz.

Qualifikation

Die dritte Eingangsgröße ist das Thema der Mitarbeiterqualifikation. Mit steigender Komplexität der Maschinen und Produkte geht eine steigende Anforderung an das Know-How der Mitarbeiter. Zusätzlich können Sicherheitsvorschriften oder Qualitätsanforderungen dafür sorgen, dass Mitarbeiter zusätzlich qualifiziert sein müssen. Diese zwingenden Eingangskriterien für die Planung werden in der Regel nicht strukturiert mit der Planung verknüpft. Folglich müssen oft Korrekturschleifen oder überflüssige Mehrfachschulungen durchgeführt werden. Die Schlussfolgerung für einen guten Planungsprozess ist somit, dass nur ein integrativer Ansatz das optimale Ergebnis liefern kann. Mit einer klar strukturierten Übersicht der drei zentralen Eingangsgrößen gelingt es Ihnen ein transparentes Soll und eine passende Mannschaft vorzugeben. Dabei haben Sie genau die richtigen Mitarbeiter vor Ort, die dann in einer idealen Reihenfolge die richtige Stückzahl zum richtigen Zeitpunkt abliefern.

Doch Hand aufs Herz! - Wie oft ist der Plan vollumfänglich eingetreten?

Fest steht: es wird immer zu Abweichungen vom Plan kommen. Genau an dieser Stelle schließt sich der Kreis unserer Shopfloor-Management-Prinzipien. Werden Abweichungen vom Plan festgestellt müssen priorisierte Maßnahmen definiert und abgearbeitet werden. Eine optimale Unterstützung bei der Planung erhalten Sie, wenn in der nächsten Planungsphase automatisch Werte der Vergangenheit verglichen und Korrekturvorschläge erstellt werden. Damit erreichen Sie eine kontinuierliche Verbesserung der Planung und letztendlich Ihrer ganzen Produktion.

Gerade bei diesem Prinzip kann eine sinnvolle und prozessorientierte digitale Unterstützung einen großen Mehrwert bieten, denn oftmals werden Auswertungen auf Monats-, Quartals- oder Jahresebene angefertigt, weil sie mit einem enormen Aufwand verbunden sind. Gelingt es den Aufwand zu minimieren oder zu eliminieren, können die Erkenntnisse im Tagesgeschäft genutzt werden.
Was wir unter einer übersichtlichen Darstellung der Zustände und Ergebnisse verstehen, können Sie in unserem Demobereich an einem Beispiel ansehen.

Gerne können wir gemeinsam unsere Demo-Produktion planen und Ihnen eine optimalen Planungsprozess vorführen, kontaktieren Sie uns.

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