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Der Fachkräftemangel trifft besonders die Instandhaltung. Möglichkeiten aus einer Sackgasse.

Lukas Weber

29.11.2019 09:26 Uhr

Sollen mit wenigen Worten die Charakterzüge typischer Instandhalter beschrieben werden, so sind dies Gewissenhaftigkeit, Problemlösungskompetenz und bestenfalls eine hohe Stress-Resilienz.

Doch diese Spezies zeichnet eine weitere wesentliche Eigenschaft aus. Die zunehmende Knappheit an qualifiziertem Personal. Allein der steigende Automatisierungsgrad sowie der zunehmende Trend zur akademischen Ausbildung der jungen Nachwuchskräfte tragen dazu bei. Zu diesem Schluss kommt auch der aktuelle Fachkräftereport der Bundesagentur für Arbeit. Nahezu alle Bundesländer Deutschlands haben damit zu kämpfen. Doch selbst wenn passende Mitarbeiter zur Verfügung stehen, ist es nicht leicht. In den meisten Unternehmen zählt die Instandhaltung zu den indirekten Bereichen. Folglich können Personalbedarfe nur schwierig argumentiert werden. Es gibt keinen direkten Bezug zur Wertschöpfung. Mehr Instandhalter bedeuten nicht zwangsläufig mehr Umsatz. Oder etwa doch? Jedenfalls beißen viele Instandhaltungsleiter in genau dieser Diskussion mit dem Controlling auf Granit.

Werden neue Stellen für die Instandhaltung bewilligt, so ist dies zumeist während einer Boom-Phase. Stand eine Engpassanlage über Nacht still, weil keine Instandhalter verfügbar waren, können “über Nacht” neue Stellen bewilligt werden. Die Herausforderung dann ist nur, dass nach erfolgreicher Einstellung eines neuen Instandhaltungsmitarbeiters mitunter mehr als zwei Jahre vergehen, bis dieser in alle technischen Gegebenheiten des Unternehmens eingelernt ist. Eine Elektrikerausbildung lässt einen Instandhalter schließlich längst nicht jedes elektrische Problem auf Anhieb lösen. Auch wenn aus Managementsicht schön wäre.

Es gibt leider nicht viele Möglichkeiten, diese Schwierigkeiten zu umgehen. Allerdings hilft es ungemein, in den operativen Prozessen effizient zu sein. Auf diese Weise können die Auswirkungen des Fachkräftemangels und der Fluktuation entgegengewirkt werden. Damit unsere Kunden dies erreichen können, streben wir zu Beginn in den meisten Fällen die folgenden Ziele an:

  1. Klar geregelte Prozesse für Wartung, Entstörung und Ersatzteilmanagement sowie definierte Strukturen innerhalb der Instandhaltungsabteilung.
  2. Der gezielte Einsatz unterstützender Problemlösungstechniken zur Schwachstellen-Identifizierung und schnellen Entstörung im Fehlerfall.
  3. Der Aufbau eines Maschinen-Logbuchs als Historie aller Wartungen und Reparaturen einer Anlage (analog zum bekannten Scheckheft im PKW) als Nachschlagewerk für alle zukünftigen Tätigkeiten.
  4. Die Vermeidung von bürokratischer (Papier-)arbeit, damit die Experten möglichst viel Zeit mit der Wertschöpfung aus der Instandhaltungsperspektive verbringen können: Maßnahmen zur Erreichung der benötigten Anlagenverfügbarkeit.
  5. Ein positives und produktives Arbeitsklima innerhalb der Instandhaltungsabteilung.

Sind diese Ziele für den Einzelfall definiert, kann im zweiten Schritt eine intuitive Softwarelösung wie der maintain.guide die Einhaltung der Strukturen und Prozesse sicherstellen.

Doch jedes Werkzeug ist nur so gut wie der Anwendungsbereich, für den es bestimmt ist.

Daher legen wir in allen Projekten großen Wert auf die gemeinsame Definition des Instandhaltungsmanagementsystems unserer Kunden.

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