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30% Kosteneinsparung durch Digital Lean

Lukas Weber

19.01.2021 09:13 Uhr

Die großen Beratungen sind sich einig. Das nächste Level exzellenter operativer Prozesse wird durch eine geeignete digitale Unterstützung erreicht [1][2][3]. Deloitte spricht gar von einer neuen Ära des Lean Managements, mit welcher 20-30% Kosteneinsparung erreicht werden [1]. Bain & Company schätzt das Potential von „Digital Lean“ auf 30%, also einer Verdoppelung dessen, was durch konventionelles Lean Management möglich ist [2]. Die Boston Consulting Group beziffert das Potential auf bis zu 40% Kostenreduktion [3].

Was ist Digital Lean?

Buzzwords rund um rund um die Vernetzung der Fabrik gibt es viele. Industrie 4.0 ist das bekannteste Beispiel. Diese Buzzwords eint, dass zumeist angesagte Technologien mit wenig Praxisbezug im Vordergrund stehen.

Im Unterschied dazu werden bei „Digital Lean“ zwei Welten vereint. Der Ansatz beruht auf den bewährten Prinzipien des Lean Managements, die aus dem Toyota Produktionssystem entstanden sind. Diese stellen sicher, dass die Produktion an der Wertschöpfung aus Kundensicht ausgerichtet ist. Typischer Weise werden dadurch Kosteneinsparungen von 15% erreicht [2][3]. Werden die bewährten Methoden aus dem Lean Management im zweiten Schritt digital unterstützt, entsteht die im Titel genannte Skalierung der Ergebnisse.

Vorteile durch Digital Lean

1) Einfachheit

Etliche Eingabemasken und User-Interfaces in der Produktion sind unübersichtlich und wenig anwenderfreundlich. Zumeist liegt der Grund darin, dass Softwareentwickler gerne universell nutzbare Funktionen erstellen. Werden unzureichend definierte Prozesse mit softwaregestützt umgesetzt, entsteht ein Teufelskreis aus komplexen IT-Systemen und Mehraufwand in der Bedienung. Beliebte und effektive Methoden des Lean Managements wie Kanban oder Shopfloor-Management zeichnen sich hingegen durch ihre Einfachheit aus. Definierte Prozesse und Verantwortlichkeiten legen dafür die Basis. Werden diese einfachen Methoden softwaregestützt umgesetzt, entstehen übersichtliche und schnell zu erlernende Eingabemasken, die einen hohen Verbesserungseffekt erreichen.

2) Geschwindigkeit

Werden Werkleiter auf die Digitalisierungsprojekte ihrer Fabrik angesprochen, stößt man selten auf riesige Begeisterung. Zu häufig dauerten IT-Projekte mehrere Jahre, verschlangen etliches Budget, ohne den gewünschten Verbesserungseffekt zu erreichen. Aus diesem Grund lohnt sich ebenfalls die Kombination von Lean Management Methoden und der Digitalisierung. Auf dem Shopfloor hat sich die kontinuierliche Verbesserung in kleinen Schritten bewährt. Dies stellt sicher, dass die definierten Optimierungsmaßnahmen auch den gewünschten Verbesserungseffekt bringen. In Bezug auf die Softwareentwicklung bedeutet dies, kleinere Umsetzungsschritte zu definieren, die innerhalb weniger Wochen realisierbar sind und die größten Potentiale in den Abläufen beheben. Dass dieser Ansatz funktioniert, zeigen die Apps auf unseren Smartphones. Es werden mehrere Updates pro Monat eingespielt, um Stabilität, Sicherheit und User-Akzeptanz zu erhalten.

3) Daten

Die weltweit gespeicherte Datenmenge verdoppelt sich alle vier Jahre [4].

Das ist ein Beweis dafür, dass Daten auch in Zukunft immer wichtiger werden. Essentiell ist dabei, dass die Daten belastbar und aussagekräftig sind. Besonders das tägliche Shopfloor-Management erzeugt für den Verbesserungsprozess wertvolle Daten, da diese prozessbezogen und durch die Werker vor Ort qualifiziert werden. Eine digitale Unterstützung bewährter Shopfloor-Management Prozesse bietet damit ein großes Optimierungspotential:

  • Der Datenschatz an Informationen zu Problemen und Ursachen wächst täglich und strukturiert.
  • Intuitive Workflow-Systeme sorgen für eine effektive Umsetzung der Gegenmaßnahmen.
  • Abweichungen und Trends sind auf einen Blick und zu jeder Zeit erkennbar.

Vorgehen zu Digital Lean

Die Erprobung und Implementierung neuer Werkzeuge basiert bei Digital Lean ebenfalls auf dem Lean Management. Hat sich in einem Bereich eine Lösung oder Methode bewährt, wird diese durch das organisationsweite Produktionssystem auf alle anderen Bereiche übertragen. Es gilt deswegen, ein erfolgreiches Pilotprojekt zu standardisieren und zu skalieren. Dies sind auch Empfehlungen der Boston Consulting Group [3] oder Deloitte [1]. Besonders bei der organisationsweiten Skalierung sind einfach zu bedienende Software-Werkzeuge ein passendes Hilfsmittel und entfalten ihre Wirksamkeit. Sie stellen sicher, dass Prozesse einheitlich sowie effizient ablaufen und die einzelnen Bereiche vergleichbar sind. Der zunehmende Datenschatz aus belastbaren Daten sorgt darüber hinaus für schnelle Entscheidungen und höchste Transparenz im Tagesgeschäft.

Quellen

[1] Deloitte, 2020
https://www2.deloitte.com/content/dam/insights/us/articles/6515_CIR-Digital-lean-DSN/DI-Digital-lean-DSN.pdf

[2] Bain & Company, 2019
https://www.bain.com/contentassets/2eccaae4e842409789ba966421ebee9e/digital-lean-playbook_v5_final.pdf

[3] Boston Consulting Group, 2017
https://image-src.bcg.com/Images/BCG-When-Lean-Meets-Industry-4.0-Dec-2017_tcm9-179091.pdf

[4] International Data Corporation (IDC), 2020
https://www.idc.com/getdoc.jsp?containerId=prUS46303920

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